Aktuelle Informationen zum GVL-Webcasting-Tarif

Wir haben unsere Webradio-Betreiber in einem Schreiben im Februar 2021 über die Anpassung des Webcasting-Tarifs informiert. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen dazu.

Ihre Frage konnte nicht beantwortet werden? Wenden Sie sich bitte an webradio@gvl.de oder rufen Sie uns an unter 030 48483 646.

Als im Jahr 2008 der aktuelle Webcast-Tarif veröffentlicht wurde, waren Handys und Smartphones sowie eine dauerhafte mobile Datennutzung im wahrsten Sinne des Wortes noch Zukunftsmusik. Doch die technischen Gegebenheiten haben sich seitdem enorm verändert. Die Gegenwart zeigt uns, dass es mittlerweile für jedermann möglich ist, mit mobilen Endgeräten alle Inhalte des Internets abzurufen. 

Auch Webradios sind inzwischen in der Regel auf mobilen Empfangsgeräten (u.a. Handy oder Tablet) empfangbar. Damit sind für die meisten unserer Webradiobetreiber die Voraussetzungen einer mobilen Nutzung gemäß Webcast-Tarif erfüllt. 

Um sicherzustellen, dass Webradios auf Basis des richtigen Webcast-Tarifs lizenziert werden, benötigen wir Rückmeldung von unseren Webcastern, die bisher keine mobile Nutzung ihres Streams vorgegeben haben. 

Daher bitten wir alle Webradio-Betreiber um Mitteilung bis zum 28.02.2021 sollte ihr Webradio nicht auf mobilen Empfangsgeräten genutzt werden können (bitte mit entsprechendem Nachweis).

 

Sollte uns keine Mitteilung erreichen, werden wir ab dem ersten Quartal 2021 den tariflich festgelegten Aufschlag in Höhe von 10 % für mobile Nutzungen auf die Regelvergütung bzw. Mindestvergütung in Rechnung stellen.

 

Die Gegenwart zeigt uns, dass es mittlerweile für jedermann möglich ist, mit mobilen Endgeräten alle Inhalte des Internets abzurufen.

Wir sind überzeugt, dass durch diesen Tarif ein fairer Ausgleich geschaffen ist, der sowohl dem berechtigten Interesse der ausübenden Künstler und der Tonträgerhersteller an einer angemessenen Vergütung Rechnung trägt als auch den Betreibern von Webradios eine überschaubare Kostenstruktur ermöglicht. Es ist vor allem die Musik, die Webradios interessant macht. Auch wenn ein Webradio "hobbymäßig" betrieben wird, heißt dies nicht, dass die Rechteinhaber – also die Musiker und Sänger z.B. – auf eine angemessene Vergütung keinen Anspruch haben. Gerade für "Hobbyisten" ist der GVL-Tarif weiterhin günstig. Damit berücksichtigt die GVL auch die Vielfalt der Webcasting-Aktivitäten, die wir sehr begrüßen. Die GVL muss aber gleichwohl für die Nutzung der ihr von den Rechteinhabern anvertrauten Rechte eine angemessene Vergütung erzielen.

Die Änderungen gelten ab dem 01.01.2021 und werden erstmalig mit der Rechnung für das 1. Quartal 2021 abgerechnet.

Dann gehen wir davon aus, dass Ihr Webradio auf mobilen Endgeräten nutzbar ist und passen Ihren Tarif entsprechend an.

Grundsätzlich gilt, dass für die Verwendung von Musik von im Handel erhältlichen Tonträgern an ausübende Künstler und Tonträgerhersteller (Inhaber der Leistungsschutzrechte) eine Vergütung zu zahlen ist, die von der GVL eingefordert wird. Hierzu gibt es Regelungen im Urheberrechtsgesetz, im Verwertungsgesellschaftengesetz und in Wahrnehmungsverträgen mit den Musikern sowie Tonträgerherstellern. All diese Regelungen bilden den Rahmen für den mit den Webcastern abgeschlossenen Lizenzvertrag. Hier werden die Rechte, aber auch die Pflichten der Webcaster genau festgelegt. 

Die Pflichten im Webcasting-Vertrag sorgen dafür, dass die Künstler und Tonträgerhersteller ihre gesetzlich verankerten Rechte erhalten. Die Künstler und Tonträgerhersteller haben das Recht, sich bestimmte zusätzliche Leistungen im Tarif besonders vergüten zu lassen. Das gilt zum Beispiel für die mobile Nutzung ihrer Produktionen. 

Verändert sich im Laufe des Vertragsverhältnisses ein Parameter, weil er zwar anfangs nicht zum Tragen kam, aber durch technische Entwicklungen zum Standard geworden ist, muss der Webcaster dies nach Artikel 5 des Lizenzvertrages bei der GVL melden. Dann passen wir diese Änderungen beim zu zahlenden Tarif an. 

Da die Erhöhung lediglich eine Anpassung an die tatsächlichen Gegebenheiten darstellt, besteht kein außerordentliches Kündigungsrecht. 

Wie auch in der Vergangenheit führt die GVL stichprobenartige Kontrollen in der Webradioszene durch.