Q&A zur Verteilung

Sie haben noch Fragen? In unserer Q&A haben wir kompakt und verständlich Antworten für Sie:

Im Jahr 2010 veranlasste die EU-Kommission die GVL dazu, ihr Verteilungssystem auf den international gültigen Standard umzustellen. Das bedeutete, dass wir unser Künstlerverteilsystem von der honorarbasierten Abrechnung auf eine nutzungsbasierte Berechnung umgestellt haben. Seitdem ist es nicht mehr entscheidend, wie viel Honorar ein Künstler für eine Produktion erhalten hat. Für die heutige Vergütung bildet die tatsächliche Nutzung einer Produktion in Rundfunk/Fernsehen die Grundlage.

Berechnungsgrundlage für die Verteilung ist die Ausstrahlung einer Produktion in Rundfunk und/oder Fernsehen nach Sendeminuten. In Radio und TV läuft in einer Sendung in der Regel nicht ein ganzes Album, sondern es werden einzelne Titel gespielt. Für die Verteilung relevant ist, wie viele Minuten lang ein Werk ausgestrahlt wird. Diese Sendeminuten fallen nur für einzelne, wirklich genutzte Titel an. Radiostationen und TV-Sender geben die gespielten Titel mit den jeweiligen Sendeminuten an uns weiter. Wir gleichen diese mit den Mitwirkungsmeldungen ab, die Sie über unser Online-Portal artsys.gvl abgegeben haben. Wurde eine Produktion, an der Sie nachweislich mitgewirkt haben, gesendet, erhalten Sie von der GVL dafür Vergütungen.

Nur wenn Sie Ihre Mitwirkungen an künstlerischen Produktionen an die GVL melden, können wir diese mit den ausgestrahlten Sendungen in Rundfunk und Fernsehen abgleichen. Die Meldung ist eine Voraussetzung dafür, dass Sie Vergütungen für Ihre durch Rundfunk/Fernsehen genutzten Produktionen erhalten.

Mit der Umstellung auf das nutzungsbasierte Verteilsystem wurden die Prüfkriterien für die gemeldeten Mitwirkungen geändert. Da wir Ihre Mitwirkungen seit 2010 trackbezogen betrachten, sind unsere Prüfkriterien heute viel detaillierter als vor der Systemumstellung.
Des Weiteren wurden die vor 2010 eingereichten Nachweise in der Regel an die Künstler zurückgeschickt, so dass sie uns als Nachweisgrundlage nicht mehr vorliegen. Um Ihre Mitwirkungsmeldungen zu verifizieren, recherchieren wir heute erst in allen uns vorliegenden und zur Verfügung stehenden Quellen, um die Bestätigung Ihrer Mitwirkung sicher zu stellen. Nur im Ausnahmefall, wenn unsere Recherche keinen Erfolg hatte, wenden wir uns an Sie mit einer Nachweisanforderung.

Um Vergütungen für Ihre Mitwirkungen an genutzten, verteilungsrelevanten Produktionen zu erhalten, müssen Sie diese auf Nachfrage dokumentieren können. In dem Fall kommen wir auf Sie zu. Ihre Nachweise können Sie im Online-Portal artsys.gvl unkompliziert hochladen oder uns per Mail zusenden.

Jeder Künstler hat grundsätzlich vier Jahre Zeit, um seine Mitwirkung an Produktionen (z.B. Musik oder Film) zu melden.

Vor der Systemumstellung haben Sie aufgrund einer Vergütung für Ihre Mitwirkung an einer künstlerischen Produktion eine Auszahlung auf Basis der gezahlten Honorare bzw. Ihres Gehalts bekommen. Mit dem neuen System seit 2010 erhalten Sie Ihre Vergütungen jährlich auf Basis der tatsächlichen Nutzung. Daher lässt sich die Frage erst nach 50 bzw. für den Bereich Tonträger nach 70 Jahren beantworten: So lange läuft die Schutzfrist für ein Werk und so lange erhalten Sie von uns Vergütungen. Auch Ihre Nachkommen können als Erbberechtigte Ihrer GVL-Rechte im Todesfall die Vergütungen für Ihre Mitwirkungen erhalten, bis diese Frist abgelaufen ist. Ob Sie nun insgesamt einen höheren oder niedrigeren Vergütungsbetrag von der GVL erhalten, lässt sich also erst nach Aufrechnung der 50 bzw. 70 Jahre sagen.

Dubletten sind Datensätze innerhalb der GVL-Datenbanken, die ein- und dasselbe Produkt bezeichnen, aber aufgrund von Schreib- oder Übertragungsfehlern leicht abweichende Bezeichnungen tragen und somit fälschlicherweise mehrfach in der Datenbank auftauchen. Kurzum: Dubletten sind unerwünschte Zwillinge von Datensätzen.

Die GVL arbeitet mit Hochdruck daran, diese Daten-Dubletten zu erkennen und zu einem einzigen und eindeutigen Datensatz zusammenzuführen. Als Künstler hilft Ihnen diese Bereinigung, denn je eindeutiger und klarer unser Datenpool ist, umso einfacher und schneller können Sie Mitwirkungen auf Produktionen melden. 

Bitte beachten Sie: Durch die Entfernung von Dubletten kann die Gesamtanzahl Ihrer Mitwirkungsmeldungen sinken, allerdings sorgen wir dafür, dass alle Meldungen auf den verbleibenden Datensatz übertragen werden und sich dadurch die Vergütung nicht verringert. Zudem erhalten Sie nun einen besseren Überblick über Ihre Produktionen. 

Die GVL-Verteilungsrechnung folgt einem Verteilungsplan, der feste Verteilregeln vorgibt. Im Rahmen der Verteilungsrechnung gibt es einen sogenannten Degressionsfaktor, d.h. bei besonders intensiven Nutzungen wird die Vergütung stufenweise reduziert. 

Im Zuge der Reduktion von Dubletten (siehe oben) kann es sein, dass ein Produkt nach der Bereinigung eine höhere Summe von Nutzungseinheiten auf sich vereint. In diesem Fall könnte die Summe der Nutzungseinheiten mögliche Schwellenwerte der Degression überschreiten: Ab einem bestimmten Schwellenwert von summierten Nutzungseinheiten für eine Produktion werden dann alle über diesem Wert liegenden Nutzungseinheiten nicht mehr zu 100 Prozent gewichtet.

Die erste Degressionsstufe greift bei

  • Tonträgern Wort & Musik ab mehr als 30.000 Nutzungseinheiten
  • Rundfunkproduktionen Musik ab 15.000 Nutzungseinheiten
  • AV-Produktionen/Rundfunkausstrahlungen Wort ab der 5. Ausstrahlung

Alle Details zur Verteilungsrechnung finden Sie auch auf unsere Website: https://www.gvl.de/rechteinhaber/kuenstler/verteilung/verteilungsrechnung

Wir sind zuversichtlich, dass die Schlussverteilung der reservierten Vergütungen – deren Höhe erst Mitte Dezember feststeht – hier Rückforderungen ausschließt. Würden sich Rückzahlungen aus einer erstmalig greifenden Degression ergeben, würden diese mit zukünftigen Ausschüttungen verrechnet. Kein Berechtigter muss Gelder zurückzahlen.

Sollten Sie mehrere unterschiedliche Mitwirkungen (z.B. unterschiedliche Instrumente) auf ein Produkt gemeldet haben, werden diese Mitwirkungen natürlich getrennt betrachtet und bleiben als verschiedene nicht identische Mitwirkungen bestehen.

Um das Online-Portal artsys nutzen und Ihre Mitwirkungsmeldungen darin melden zu können, benötigen Sie einen PC mit Internetzugang. Denn Ihre Mitwirkungsmeldungen werden in unserem System zentral gespeichert und automatisch mit den entsprechenden Produktdaten der Nutzer abgeglichen. Auf diese Weise arbeiten wir sehr wirtschaftlich. Eine manuelle Zuordnung von schriftlich eingegangenen Mitwirkungen zu den entsprechenden Produktdaten wäre dagegen sehr zeitaufwendig und mit hohen Kosten verbunden – Geld, mit welchem wir im Auftrag unserer Berechtigten sehr verantwortungsbewusst umgehen.

 Dennoch bieten wir Künstlern ohne PC und/oder keinem Internetzugang die Möglichkeit Ihre Mitwirkungsmeldungen schriftlich einzureichen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir als treuhänderische Verwertungsgesellschaft dafür eine Bearbeitungsgebühr für diesen Mehraufwand erheben müssen. Die Höhe wird gegenwärtig mit unserer Aufsichtsbehörde – dem DPMA – abgestimmt.

Unser neuer Service unterstützt Sie in der Online-Anmeldung! Mit dem neuen Meldebereich im Online-Portal artsys.gvl bieten wir Ihnen nicht nur eine komfortable Benutzerführung, sondern auch eine vereinfachte Meldemöglichkeit. Gerne führen wir Sie durch das Online-Portal, um Sie bei der Suche nach Produktionen und der Online-Anmeldung Ihrer Mitwirkung zu unterstützen. Nicht zuletzt können wir auf diese Weise die Bearbeitungsgebühr für Sie vermeiden.