Schlussverteilung 2010-2012

Die Meldefrist für die Verteiljahre 2010 bis 2012 läuft aus: Am 31.03.2017 endet für Sie als Künstler oder Veranstalter die Möglichkeit, Ihre Mitwirkungen an den genutzten und verteilungsrelevanten Produktionen aus diesen Jahren abzugeben. Nach einer langen – für 2010 sogar sechsjährigen – Meldephase nähern wir uns nun der finalen Verteilung der Gelder für diese Jahre in unserer ersten nutzungsbasierten Schlussverteilung.

Die Mitwirkungsmeldung lohnt sich für Sie!
Die Meldung Ihrer Mitwirkungen kann sich auch dann für Sie lohnen, wenn Sie nach 2010 keine Neuproduktionen hatten. Denn immer dann, wenn eine Ihrer künstlerischen Produktionen in Rundfunk und Fernsehen gesendet wird, kann dies eine Vergütung für Sie bedeuten. In der Schlussverteilung schüttet die GVL alle reservierten und noch nicht verteilten Vergütungen für den entsprechenden Verteilungszeitraum aus: Für die Jahre 2010 bis 2012 ergibt sich eine Summe von insgesamt mehr als 155 Mio. Euro.

Seit der Umstellung des Vergütungssystems auf die nutzungsbasierte Abrechnung im Jahr 2010 haben wir in den jährlichen Verteilungen nur einen geringen Anteil des zur Verfügung stehenden Budgets an unsere berechtigten Künstler ausgezahlt. Mit den verbliebenen Mitteln wurden Rückstellungen gebildet, die nun in der Schlussverteilung 2017 für die Jahre 2010 bis 2012 aufgelöst und verteilt werden. Dieses Vorgehen war notwendig, um nach der Systemänderung allen beteiligten Künstlern ausreichend Zeit zur Meldung ihrer Mitwirkungen zu geben. Weitere Informationen zum Verteilungszyklus finden Sie hier.

So können Sie an der Schlussverteilung teilnehmen:

1. Haben Sie sich in artsys.gvl registriert?
Die Meldung Ihrer Mitwirkungen über das Online-Portal ist die Voraussetzung dafür, dass wir die Vergütungen, die Ihnen zustehen, berechnen können. Weitere Informationen zur Meldung Ihrer Mitwirkungen finden Sie hier.

2. Haben Sie schon alle Ihre Mitwirkungen online abgegeben?
Um von der GVL Vergütungen zu erhalten, müssen Sie Ihre Mitwirkungen an künstlerischen Produktionen online an uns melden. Ab 4. Oktober steht Ihnen dafür ein neuer Meldebereich mit verbesserten Funktionalitäten zur Verfügung. Loggen Sie sich ab 4. Oktober wie gewohnt über www.artsys.gvl.de ein und melden Sie Ihre Mitwirkungen im unserem neuen Portal. Für die Teilnahme an der Schlussverteilung für die Jahre 2010 bis 2012 ist die Meldung noch bis zum 31. März 2017 möglich.

3. Können Sie Ihre Mitwirkungen belegen?
Um Vergütungen für Ihre Mitwirkungen an genutzten, verteilungsrelevanten Produktionen zu erhalten, müssen Sie diese auf Nachfrage dokumentieren können. In dem Fall kommen wir auf Sie zu. Ihre Nachweise können Sie im neuen Portal unkompliziert hochladen oder uns per Mail zusenden.

Noch ein Hinweis zu Jingles und Werbung in Radio und Fernsehen, Einzelbeiträgen in non-fiktionalen Formaten (Fernsehen), Dokusoaps, Musik in Hörspielen und Lesungen (Radio) und nicht sendegenutzten, erstmalig erschienenen Tonträgern, die in den Verteiljahren 2010 bis 2012 erschienen sind: Für diese Medien wird die Anmeldung in www.artsys.gvl.de ab Januar 2017 schrittweise möglich sein. Zunächst können Musiker ab dem 2. Januar 2017 ihre Mitwirkungen an Produktionen für TV-Werbung anmelden. Wenn weitere Rollen und Budgets zur Meldung freigeschaltet sind, informieren wir rechtzeitig.

Mitwirkung an in 2010-2012 gesendeten Produktionen der Offenen Budgets können bis 2019 gemeldet werden. Die Erstverteilung für diese Budgets (mit Ausnahme der nicht-gesendeten Tonträger) wird bereits Ende 2017 stattfinden, die Schlussverteilung im Jahr 2020. Weitere Informationen finden Sie hier.

Sie haben weitere Fragen? In unseren Q&A finden Sie Antworten:

[Stand: 28.10.2016]

Im Jahr 2010 veranlasste die EU-Kommission die GVL dazu, ihr Verteilungssystem auf den international gültigen Standard umzustellen. Das bedeutete, dass wir das System der honorarbasierten Abrechnung auf eine nutzungsbasierte Berechnung umgestellt haben. Seitdem ist es nicht mehr entscheidend, wie viel Honorar ein Künstler für eine Produktion erhalten hat. Für die heutige Vergütung  bildet die Nutzung einer Produktion in Rundfunk/Fernsehen die Grundlage.

Berechnungsgrundlage für die Verteilung ist die Ausstrahlung einer Produktion in Rundfunk und/oder Fernsehen nach Sendeminuten. In Radio und TV läuft in einer Sendung in der Regel nicht ein ganzes Album, sondern es werden einzelne Titel gespielt. Für die Verteilung relevant ist, wie viele Minuten lang ein Werk ausgestrahlt wird. Diese Sendeminuten fallen nur für einzelne, wirklich genutzte Titel an. Radiostationen und TV-Sender geben die gespielten Titel mit den jeweiligen Sendeminuten an uns weiter. Wir gleichen diese mit den Mitwirkungsmeldungen ab, die Sie über unser Online-Portal artsys.gvl abgegeben haben. Wurde eine Produktion, an der Sie nachweislich mitgewirkt haben, gesendet, erhalten Sie von der GVL dafür Vergütungen.

Nur wenn Sie Ihre Mitwirkungen an künstlerischen Produktionen an die GVL melden, können wir diese mit den ausgestrahlten Sendungen in Rundfunk und Fernsehen abgleichen. Die Meldung ist eine Voraussetzung dafür, dass Sie Vergütungen für Ihre durch Rundfunk/Fernsehen genutzten Produktionen erhalten.

Mit der Umstellung auf das nutzungsbasierte Verteilsystem wurden die Prüfkriterien für die gemeldeten Mitwirkungen geändert. Da wir Ihre Mitwirkungen seit 2010 trackbezogen betrachten, sind unsere Prüfkriterien heute viel detaillierter als vor der Systemumstellung.

Des Weiteren wurden die vor 2010 eingereichten Nachweise in der Regel an die Künstler zurückgeschickt, so dass sie uns als Nachweisgrundlage nicht mehr vorliegen. Um Ihre Mitwirkungsmeldungen zu verifizieren, recherchieren wir heute erst in allen uns vorliegenden und zur Verfügung stehenden Quellen, um die Bestätigung Ihrer Mitwirkung sicher zu stellen. Nur im Ausnahmefall, wenn unsere Recherche keinen Erfolg hatte, wenden wir uns an Sie mit einer Nachweisanforderung.

Nein. Jeder Künstler hat grundsätzlich vier Jahre Zeit, um seine Mitwirkung an Produktionen (z.B. Musik oder Film) zu melden. Für die ersten beiden Verteilungen nach der Systemumstellung (Verteiljahre 2010 und 2011) hat das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) als Aufsichtsbehörde jedoch eine Übergangsphase festgelegt. So gilt nur für 2010 eine Meldefrist von sechs Jahren, für das Verteiljahr 2011 hatten die Künstler eine fünfjährige Anmeldefrist. Damit sollte sichergestellt werden, dass alle Künstler genug Zeit haben, sich mit der neuen Verteilungsregelung auseinander zu setzen und ihre Mitwirkung an künstlerischen Produktionen online an die GVL zu melden. Ab der Verteilung 2012 greift die reguläre Meldephase von vier Jahren. So kommt es, dass am 31. März 2017 die Frist für gleich drei Verteiljahre ausläuft. In 2017 verteilt die GVL diese Gelder an die Künstler, die ihre Mitwirkungen an vergütungsrelevanten Produktionen in diesen drei Jahren abgegeben haben. 

Vor der Systemumstellung galt die Gehalts- oder Honorarabrechnung der Künstler als Grundlage für die Vergütung. Auf dieser Basis wurden entsprechende Beträge an die Künstler überwiesen – mit der Vermutung, dass innerhalb der nächsten 50 Jahre eine oder mehrere Ausstrahlungen der eingereichten Produktion stattfinden werden.

Heute erhalten Sie als Künstler Ihre Vergütungen Jahr für Jahr, je nach tatsächlicher Nutzung in Radio/TV. Ihre Mitwirkung an den ausgestrahlten, also genutzten Produktionen können Sie über einen Zeitraum von vier Jahren nach der Ausstrahlung bei der GVL anmelden. Nach Ablauf dieser vierjährigen Meldefrist kommt es zur Schlussverteilung für das entsprechende Jahr. Wie hoch die volle Summe für einen einzigen Titel innerhalb eines Verteiljahres tatsächlich ist, wird für die Jahre 2010, 2011 und 2012 erstmalig in 2017 ersichtlich. Dann findet die erste Schlussverteilung nach der Umstellung des Systems statt und wir können eine entsprechende Aussage treffen.

Vor der Systemumstellung haben Sie aufgrund einer Vergütung für Ihre Mitwirkung an einer künstlerischen Produktion eine Auszahlung auf Basis der gezahlten Honorare bzw. Ihres Gehalts bekommen. Mit dem neuen System seit 2010 erhalten Sie Ihre Vergütungen jährlich auf Basis der tatsächlichen Nutzung. Daher lässt sich die Frage erst nach 50 bzw. für den Bereich Tonträger nach 70 Jahren beantworten: So lange läuft die Schutzfrist für ein Werk und so lange erhalten Sie von uns Vergütungen. Auch Ihre Nachkommen können als Erbberechtigte Ihrer GVL-Rechte im Todesfall die Vergütungen für Ihre Mitwirkungen erhalten, bis diese Frist abgelaufen ist. Ob Sie nun insgesamt einen höheren oder niedrigeren Vergütungsbetrag von der GVL erhalten, lässt sich also erst nach Aufrechnung der 50 bzw. 70 Jahre sagen.

Die Summe der für die finale Verteilung rückgestellten Vergütungen für die Verteiljahre 2010 bis 2012 beläuft sich insgesamt auf rund 155 Mio Euro.

Die Offenen Budgets werden in der Schlussverteilung 2017 NICHT verteilt. Wir stellen Ihnen jedoch ab dem 2. Januar 2017 die ersten Produktionen zur Meldung im Portal zur Verfügung. Dann können zunächst Musiker ihre Mitwirkungen an Produktionen für TV Werbung anmelden. Weitere Rollen und Budgets folgen, wir informieren jeweils rechtzeitig. Die Erstverteilung für diese Budgets (2010-12) wird bereits Ende 2017 stattfinden (mit Ausnahme der nicht-gesendeten Tonträger), die Schlussverteilung im Jahr 2020. Weitere Informationen finden Sie hier.

Um das Online-Portal artsys nutzen und Ihre Mitwirkungsmeldungen darin melden zu können, benötigen Sie einen PC mit Internetzugang. Denn Ihre Mitwirkungsmeldungen werden in unserem System zentral gespeichert und automatisch mit den entsprechenden Produktdaten der Nutzer abgeglichen. Auf diese Weise arbeiten wir sehr wirtschaftlich. Eine manuelle Zuordnung von schriftlich eingegangenen Mitwirkungen zu den entsprechenden Produktdaten wäre dagegen sehr zeitaufwendig und mit hohen Kosten verbunden – Geld, mit welchem wir im Auftrag unserer Berechtigten sehr verantwortungsbewusst umgehen.
 
Dennoch bieten wir Künstlern ohne PC  und/oder keinem Internetzugang die Möglichkeit Ihre Mitwirkungsmeldungen schriftlich einzureichen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir als treuhänderische Verwertungsgesellschaft dafür eine Bearbeitungsgebühr für diesen Mehraufwand erheben müssen. Die Höhe wird gegenwärtig mit unserer Aufsichtsbehörde – dem DPMA – abgestimmt.
 
Unser neuer Service unterstützt Sie in der Online-Anmeldung! Mit dem neuen Meldebereich im Online-Portal artsys bieten wir Ihnen nicht nur eine komfortable Benutzerführung, sondern auch eine vereinfachte Meldemöglichkeit. Gerne führen wir Sie durch das Online-Portal, um Sie bei der Suche nach Produktionen und der Online-Anmeldung Ihrer Mitwirkung zu unterstützen. Nicht zuletzt können wir auf diese Weise die Bearbeitungsgebühr für Sie vermeiden.