GVL schließt Geschäftsjahr 2015 mit Gesamtertrag von 161,8 Millionen Euro ab

17. Juni 2016. 

Mit einem Gesamtertrag von 161,8 Mio. Euro schließt die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) das Geschäftsjahr 2015 ab. Daraus ergibt sich ein leichtes Minus von 0,9 Prozent gegenüber 2014. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einem Nachzahlungseffekt im Vorjahr: 2014 führte die Summe des Gesamtvertrags über die Kopiervergütung für PCs mit einem Großteil der Geräteindustrie zu einer Nachzahlung im zweistelligen Millionenbereich (einschließlich der Nachzahlungen für Vorjahre). Bei Herausrechnung dieses Einmaleffektes kann die GVL in 2015 einen Anstieg ihrer Erträge verzeichnen.

Die jeweils siebenstelligen Erlössteigerungen in den Bereichen Sendung und öffentliche Wiedergabe konnten die Mindereinnahmen aus der Privatkopie nicht vollständig aufholen. So konnte die für die Gesellschaft größte Einnahmequelle, der Bereich Sendevergütung, mit 81,8 Mio Euro einen Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber 2014 (80,3 Mio. Euro) verbuchen. Auch im Bereich der öffentlichen Wiedergabe verzeichnete die GVL erneut einen Zuwachs von 1,7 Mio. Euro bei Erträgen von 41,1 Mio. Euro (entspricht einem Plus von 4,4 Prozent).

Im Geschäftsfeld der privaten Vervielfältigung konnte die Gesellschaft Erlöse in Höhe von 26,1 Mio. Euro gegenüber 35,1 Mio. Euro im Vorjahr erzielen – ein Rückgang von 25,7 Prozent. In diesem Teilertrag noch nicht enthalten sind die Vergütungen für die private Kopiernutzung auf Mobiltelefonen und Tablets. Zwar konnten im Dezember 2015 Gesamtverträge mit dem Bitkom geschlossen werden, jedoch werden diese Vergütungen einschließlich Nachzahlungen voraussichtlich erst 2016 und 2017 eingehen. Wann der entsprechende Vergütungsanteil die GVL erreicht und verteilt werden kann, richtet sich nach dem aufzustellenden ZPÜ-Verteilungsplan. „Der Abschluss dieser Gesamtverträge nach mehr als acht Jahren Zahlungsverzug ist ein erlösender Schritt nicht nur für die Berechtigen der GVL“, erklären Guido Evers und Dr. Tilo Gerlach, Geschäftsführer der GVL. „Für die Zukunft hegen wir die Erwartung, dass die in dem soeben erlassenen VGG angelegten Verbesserungen des notleidenden Privatkopieverfahrens zu einer sukzessiven Verstetigung der Vergütungspraxis führen.“

Die Erlöse aus dem Verleih erschienener Tonträger und Videos durch Bibliotheken sind im Geschäftsjahr 2015 auf 2,2 Mio. Euro gegenüber 2,3 Mio. Euro im Vorjahr zurückgegangen, ebenso die Erträge für die Vermietung von Videos (um 0,1 Mio. Euro auf 0,4 Mio. Euro). Dies beruht auf dem veränderten Nutzungsverhalten. Für die Kabelweitersendung konnte die GVL 2,2 Mio. Euro verbuchen (Vorjahr: 2,3 Mio. Euro).

Die Zinserträge der Gesellschaft sind vor allem aufgrund eines erhöhten Geldanlagevolumens trotz des anhaltend niedrigen Zinsniveaus von 2,6 Mio. Euro auf 3,5 Mio. Euro gestiegen. Höhere Zinseinnahmen ließen sich aufgrund der Vorgabe der mündelsicheren Anlagepolitik im gegebenen Marktumfeld nicht erzielen. Erstmals werden auch die von Schwestergesellschaften erhaltenen Beträge (3,5 Mio. Euro) als Umsatzerlöse ausgewiesen.

Wie bereits in den Vorjahren stehen der GVL nicht alle gebuchten Erlöse zur Verfügung, um sie in der regulären Verteilung an die Berechtigten auszuschütten – der mangels Zahlungseingang vorläufig zu sperrende Forderungsbetrag beläuft sich für 2015 auf 26,2 Mio. Euro. Dieser setzt sich aus 25,6 Mio. Euro für die private Vervielfältigung und 0,6 Mio. Euro für die öffentliche Wiedergabe zusammen.

Der GVL-eigene Verwaltungsaufwand betrug 11,5 Mio. Euro und lag damit bei 7,1 Prozent (6,8 Prozent im Vorjahr). Grund für diesen leichten Anstieg der Verwaltungskosten sind höhere Kosten für den gestiegenen Personalbedarf der Gesellschaft. „Wir sind sehr erfreut, dass wir trotz des erhöhten Personalaufwandes unseren konsequent niedrigen Verwaltungskostensatz von rund sieben Prozent halten konnten“, erklären Gerlach und Evers. „Dies verdeutlicht einmal mehr den starken Fokus, den die GVL darauf legt, im Interesse ihrer 147.000 Berechtigten effizient und verantwortungsvoll mit den notwendigen Ressourcen umzugehen.“ Die Zuwendungen der GVL für kulturelle, kulturpolitische und soziale Zwecke lagen wie im Vorjahr bei 3,4 Mio. Euro.

Der detaillierte Jahresabschluss 2015 der GVL kann hier runtergeladen werden. Er erscheint ebenso im elektronischen Bundesanzeiger. Der Geschäftsbericht 2015 mit zusätzlichen Inhalten wird im Oktober 2016 unter www.gvl.de veröffentlicht.

Über die GVL:

Wer etwas Künstlerisches leistet oder hierfür die wirtschaftliche Grundlage schafft, muss Geld für die Nutzung seiner Leistungen erhalten. Die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) erfasst diese Nutzung. Die treuhänderisch eingenommenen Gelder u.a. von Radio- und Fernsehsendern sowie für die öffentliche Wiedergabe (z.B. in Restaurants oder Cafés) leitet die GVL als Vergütung an ihre Berechtigten weiter. Mehr als 147.000 ausübende Künstler, Bild- und Tonträgerhersteller, Musik- und Videoclipproduzenten sowie Veranstalter weltweit vertrauen der GVL – und machen sie damit zu einer der größten Verwertungsgesellschaften für Leistungsschutzrechte in Europa. Gesellschafter der GVL sind die Deutsche Orchestervereinigung e.V. (DOV) sowie der Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI).