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Gemeinsam für Europas kreative Zukunft und ein starkes Urheberrecht

10. September 2018. 

Am kommenden Mittwoch, den 12. September 2018, entscheidet das Europäische Parlament über die Richtlinie zur Reform des Urheberrechts. Nach einer Abstimmung im Juli ging die Reform, die von Urhebern, Künstlern ebenso wie von Herstellern unterstützt wird, in eine weitere Verhandlungsrunde.

Die Richtlinie sieht unter anderem eine stärkere Verantwortung für Web-Plattformen und klare Regelungen zum Urhebervertragsrecht vor. Konkret soll der sogenannte „Value Gap“ – also die Wertschöpfungslücke – zwischen Plattformen und Kreativschaffenden geschlossen werden. Plattformen wie YouTube sollen gezwungen werden, neue Inhalte vor der Veröffentlichung zu filtern und auf relevante Lizenzvergütungen zu prüfen. Aktuell werden Inhalte erst im Nachhinein gelöscht, wenn Urheberrechtsverletzungen aktiv angezeigt werden. Zudem sind die Verträge, die digitale Plattformen mit Content-Anbietern abgeschlossen haben, unausgewogen und benachteiligen Künstler und Hersteller. Die Richtlinie soll diese Transparenz und Fairness wieder herstellen. Denn nur eine faire Vergütung und eine eindeutige rechtliche Grundlage sichern auch langfristig die Zukunft für Europas Kreativwirtschaft.

„Der Schutz der Rechte unserer Künstler, Hersteller und Veranstalter und eine angemessene Vergütung für die Nutzung auf ihrer Produktionen auf allen Kanälen hat für uns absolute Priorität“, betont Dr. Tilo Gerlach, Geschäftsführer der GVL. „Zwar haben die Plattformverantwortung in Artikel 13 und die Verbesserungen im Urhebervertragsrecht in den Folgeartikeln keine direkten Auswirkungen auf die GVL-Vergütungen, wohl aber auf die faire Vergütung unserer Berechtigten. Vor diesem Hintergrund ist es uns ein wichtiges Anliegen, ein starkes europäisches Urheberrecht zu unterstützen.“

„In dem Maße, in dem Online-Plattformen europaweit dazu gezwungen werden, Verantwortung für die Lizenzierung und Vergütung zu übernehmen, steigen die Motivation und die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Kreativen und ihrer Partner, einen wachsenden Reichtum an inhaltlicher und kultureller Vielfalt herzustellen. Davon profitieren nicht nur die Rechteinhaber“, bekräftigt Geschäftsführerkollege Guido Evers.

Die verantwortlich Handelnden in Europa sind aufgerufen, den eklatanten einseitigen Missstand nachhaltig und zukunftsweisend zu regulieren.

 

Unterstützen auch Sie die Rechte europäischer Kreativschaffenden:

Um den Forderungen der Musik- und Kreativbranche Nachdruck zu verleihen, hat die IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) eine Online-Petition aufgesetzt. Unter www.love-music.co können Bürger und Kreative ihre Stimme für ein starkes europäisches Urheberrecht abgeben.

Auch EUROPE FOR CREATORS, eine Bewegung, die Bürger, Urheber, Künstler und Organisationen zusammenbringt, setzt sich für die Anpassung des Urheberrechts ein. Im Rahmen der Kampagne „Make Internet Fair“ (www.europeforcreators.eu bzw. www.makeinternetfair.eu/de) ruft die Organisation dazu auf, der Werteverlagerung weg von den zahlreichen Kreativen und hin zu einigen wenigen Online-Plattformen ein Ende zu setzen.